Was Sportwetten-Prognosen 2026 in Österreich tatsächlich leisten können
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Aktualisiert am 6. November 2026 · Lizenzangaben geprüft anhand der Betreiber-Impressen sowie der NÖ Wettgesetzgebenden Grundlage (LGBl. Nr. 58/2020).
Eine Prognose ist kein Tippzettel mit zugesichertem Ausgang. Sie ist eine begründete Einschätzung, getragen von Formkurven, Kopf-an-Kopf-Vergleichen, Heim- und Auswärtsbilanzen, Verletzungsmeldungen und – am Ende – dem Vergleich dieser Daten mit der Quote, die der Buchmacher anbietet. In Österreich kommt ein zweiter Faktor hinzu, der in keinem anderen Markt so klar zutage tritt: jede Quote trägt die Buchmachermarge, und seit 1. April 2025 schlägt auf jeden Einsatz zusätzlich die Wettgebühr von 5 % auf, die der Wettanbieter – je nach Ausgestaltung – an den Wettkunden weitergibt oder selbst trägt.

Dieser Text ist deshalb kein Tipp-Service, der Matches vorhersagt, sondern ein Leitfaden, der zeigt, wie eine fundierte Prognose entsteht, wie die Quote sie in eine implizite Wahrscheinlichkeit übersetzt und was eine Wette auf diesem Markt real kostet. Wer versteht, wie Buchmacher Quoten bilden, erkennt sich, dass jede Prognose – auch eine gut begründete – eine Hypothese bleibt, deren Trefferquote im historischen Mittel liegt und nicht im Einzelfall.
Die folgende Übersicht vergleicht zehn Wettanbieter, von denen sechs eine österreichische Landesbewilligung nennen und vier ohne eine solche Bewilligung auftreten. Diese Liste stellt keine Rangfolge dar, da eine objektive Bewertung ohne konkrete Quote und Begegnung nicht möglich ist.
Die zehn verglichenen Wettanbieter für Prognose-orientiertes Wetten in Österreich
| Anbieter | Österreichische Bewilligung | Bewilligungsbehörde oder genannte Lizenz |
|---|---|---|
| tipp3 | Bewilligung | NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) |
| win2day | Bewilligung | NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) – nur Sportwetten |
| Admiral | Bewilligung | OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz |
| Merkur Bets | Bewilligung | Bewilligungsbehörde vom Betreiber nicht veröffentlicht |
| Vierklee | Bewilligung | Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0 |
| Starsportwetten | Bewilligung | Bewilligungsbehörde vom Betreiber nicht veröffentlicht |
| TonyBet | ohne österreichische Bewilligung | Estland (EMTA HKT000015) |
| Sportuna | ohne österreichische Bewilligung | Curaçao |
| Golisimo | ohne österreichische Bewilligung | Costa Rica |
| Tipwin | ohne österreichische Bewilligung | Malta (MGA) |
Die Tabelle trennt zwei Gruppen, die in der Beratungspraxis nicht vermischt werden dürfen. Die erste Gruppe nennt eine Bewilligung eines österreichischen Bundeslandes; Rechtsgrundlage ist jeweils das Wettgesetz des entsprechenden Landes, etwa das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020). Die zweite Gruppe führt eine ausländische Lizenz, die keine österreichische Bewilligung ersetzt; ihre Rechtslage in Österreich ist nicht abschließend geklärt und hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab. Beide Gruppen können in Österreich genutzt werden, beide fallen aber unter unterschiedliche Schutz- und Aufsichtssysteme.

Was eine Sportwetten-Prognose in Österreich leisten kann – und wo ihre Grenzen liegen
Eine Prognose beginnt dort, wo der Wettkunde über die reine Ergebnisvermutung hinausgeht. Wer sagt, dass Bayern München heute Abend gewinnt, gibt eine Meinung ab. Wer sagt, dass die Heimbilanz der Münchner in der laufenden Saison bei 14 Siegen aus 15 Spielen liegt, der Gegner auswärts seit 6 Spielen auf einen Treffer wartet und der Buchmacher eine Quote von 1,85 anbietet, der liefert eine Hypothese mit nachvollziehbarer Begründung. Der entscheidende Schritt – und der, an dem die meisten Wett-Tipps scheitern – ist der Vergleich mit der Quote. Die Quote spiegelt eine implizite Wahrscheinlichkeit: 1,85 entspricht etwa 54 %, 2,50 entspricht 40 %, 1,20 entspricht 83 %. Liegt die eigene, datengestützte Wahrscheinlichkeitsschätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote, spricht man von einer Value-Wette.
Die Schwierigkeit: Eine einzelne Prognose kann richtig oder falsch sein, unabhängig davon, ob die Methode stimmt. Buchmacherquoten enthalten die Marge des Anbieters; sie sind nicht „fair“, sondern so kalibriert, dass der Anbieter langfristig einen Vorteil behält. Wer aus zehn gut begründeten Prognosen im Siebenergebnis landet, kann dennoch Geld verlieren, weil die Marge jede Einzelentscheidung schmälert. Wer aus zehn gut begründeten Prognosen im Sechsergebnis landet, hat langfristig einen Vorteil, sofern die Einsätze richtig skaliert wurden.

Das bedeutet für jede Prognose dasselbe wie für jeden Wettschein: Sie ist eine Wette mit einer Hypothese, nicht mit einer Gewissheit. Wer Prognosen als Grundlage nimmt, akzeptiert diese Hypothesen-Natur bewusst und reduziert die Anzahl der Wetten, die er ohne ausreichende Datenbasis platziert.
Die Bausteine einer fundierten Prognose
Eine fundierte Prognose ruht auf vier Bausteinen, die in dieser Reihenfolge geprüft werden:
Formkurve. Die letzten fünf bis acht Spiele einer Mannschaft sagen mehr aus als die Tabelle von vor zwei Monaten. Eine Formkurve zeigt, ob das Team gerade Aufwärts- oder Abwärtstrend hat, ob Verletzungen verdaut wurden und ob das System des Trainers greift. Die Formkurve ist ein Indikator, kein Beweis.
Direkter Vergleich. Die Kopf-an-Kopf-Historie der beiden Teams liefert eine Tendenz, die besonders in Derbys und wiederkehrenden Paarungen relevant ist. Allerdings verändert sich die Zusammensetzung beider Mannschaften über die Jahre; ein 4:0 aus dem Jahr 2022 trägt heute weniger als die aktuelle Form.
Heim- und Auswärtsbilanz. Mannschaften, die zu Hause eine deutliche Stärke zeigen und auswärts schwächeln, liefern eine Heimquote, die niedriger ausfällt als die Auswärtsquote des Gegners. Diese Diskrepanz ist die Grundlage vieler Value-Überlegungen.
Aktuelle Quote und implizite Wahrscheinlichkeit. Erst der Vergleich mit der Quote entscheidet, ob die prognostizierte Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit des Marktes liegt. Liegt sie darüber, liegt ein Wert vor – die Value-Wette.
Diese vier Bausteine sind keine Checkliste, die abgehakt wird. Sie sind eine Lesart des Spiels, die zusammen ein Bild ergeben. Einzelfaktoren können sich widersprechen: Heimstärke und Formkrise, Auswärtsschwäche und ein Auswärtssieg im Pokal unter der Woche. Die Kunst der Prognose liegt im Abwägen, nicht im Sammeln.
Warum Quote und Marge die Prognose verändern
Jede Quote eines Buchmachers trägt die Marge des Anbieters. Sie ist der prozentuale Anteil, den der Buchmacher von jedem eingesetzten Euro einbehält – über alle möglichen Ausgänge eines Marktes hinweg. Bei einem ausgeglichenen Spiel, in dem Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg jeweils gleich wahrscheinlich wären, würden die Quoten 3,00 / 3,00 / 3,00 lauten, was einer Auszahlungsquote von 100 % entspricht. In der Realität liegen sie niedriger, weil der Buchmacher einen Vorteil einbaut.
Beispielrechnung: In einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich die Auszahlungsquote aus der inversen Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten:
Payout Share = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500 = 95,00 %
Die Marge ist entsprechend:
Marge = 1 − Payout Share = 1 − 0,9500 = 0,0500 = 5,00 %
Das bedeutet: Von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Buchmacher 95 Cent als Gewinne aus und behält 5 Cent. Wer auf lange Sicht gewinnen will, muss nicht nur besser sein als die anderen Wettkunden, sondern besser sein als die Quote es widerspiegelt – und das gegen die eingebaute Marge.
In der Praxis sind die Quoten selten symmetrisch, weil die impliziten Wahrscheinlichkeiten der Ausgänge nicht gleich sind. Eine Quote 1,55 für den Favoriten, 4,50 für den Außenseiter ergibt eine andere Marge als die symmetrische 1,90/1,90 – die Marge bewegt sich in der Regel zwischen 3 % und 8 %, je nach Sportart und Wettbewerb.
Die Wettgebühr von 5 % – was sie für den Gewinn bedeutet
Seit 1. April 2025 unterliegen alle Einsätze auf Sportwetten in Österreich einer Gebühr von 5 %. Die Rechtsgrundlage ist § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025. Die Gebühr ist vom Wetteinsatz zu entrichten; ob und wie der Anbieter sie an den Wettkunden weitergibt, ist seine Entscheidung.
tipp3, der diese Praxis offenlegt, trägt die Gebühr bei verlorenen Wetten selbst und zieht sie bei gewonnenen Wetten vom Bruttogewinn ab. Das bedeutet konkret: Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 beträgt der Bruttogewinn 20 €; nach Abzug der 5 %-Gebühr auf den Gewinn (1 €) verbleiben 19 € als möglicher Gewinn. Bei verlorenen Wetten entfällt der Abzug auf den Gewinn, weil kein Gewinn gibt.
Andere Anbieter – insbesondere die ohne österreichische Bewilligung – wälzen die Gebühr anders ab. Manche senken die Quoten, andere berechnen die Gebühr auf den Einsatz, wieder andere tragen sie selbst. Welcher Mechanismus beim jeweiligen Anbieter gilt, steht in dessen Geschäftsbedingungen; eine pauschale Aussage „der Anbieter trägt die Gebühr“ gilt nur, wenn er es selbst so kommuniziert.
Für die Prognose selbst hat die Wettgebühr eine klare Konsequenz: Die effektive Auszahlungsquote verschlechtert sich. Wo vorher 95 % an die Wettkunden zurückgingen, gehen nach Abzug der Gebühr nur 90,25 % zurück (95 % × 95 %), sofern die Gebühr auf den Gewinn berechnet und der Bruttogewinn vollständig ausgeschüttet wird. Das heißt: Die Marge, die der Buchmacher über die Quote einnimmt, wird durch die Wettgebühr nicht aufgehoben, sondern vom Fiskus überlagert. Eine Value-Wette muss also einen noch deutlicheren Wahrscheinlichkeitsvorteil aufweisen, um nach Gebührenabzug noch profitabel zu sein.
Rechtliche Lage für Sportwetten und Prognosen in Österreich
Die Rechtslage für Sportwetten in Österreich unterscheidet sich von der für Glücksspiel im engeren Sinne – und dieser Unterschied ist der Schlüssel zum Verständnis des Marktes.
Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des Bundes
Das Glücksspielgesetz (GSpG) regelt Lotterien, Casinospiele und Poker. Sportwetten hingegen sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs kein Glücksspiel im Sinne des GSpG, sondern ein Geschicklichkeitsspiel (VwGH 2.7.2015, Ro 2015/16/0019). Die Konsequenz: Es gibt keine bundesweite Konzession für Sportwetten, keine Bundesbehörde, die Wettanbieter überwacht, und keine nationale Liste lizenzierter Buchmacher.
Diese Einordnung bedeutet nicht, dass Sportwetten in Österreich ungeregelt sind. Sie bedeutet, dass die Regelung nicht auf Bundesebene, sondern auf Landesebene stattfindet. Jedes der neun Bundesländer hat ein eigenes Wettgesetz und eine eigene Bewilligungsbehörde. Die bekanntesten Beispiele:
- Niederösterreich: NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020); Bewilligungsbehörde ist die NÖ Landesregierung.
- Wien: Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016); Bewilligungsbehörde ist der Magistrat.
- Oberösterreich: Oö. Wettgesetz; Bewilligungsbehörde ist die OÖ Landesregierung.
- Tirol: Bewilligungsbehörde ist die Tiroler Landesregierung.
Die Bewilligung wird nicht zentral registriert; wer wissen will, ob ein Anbieter eine Bewilligung hält, muss das Impressum oder die Website des Anbieters prüfen. Wer eine Bewilligung nachweisen kann, hat eine.
Live-Wetten und Limits – Landessache
Live-Wetten sind in Österreich erlaubt, aber jedes Land regelt sie anders. Wien erlaubt Live-Wetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis; Oberösterreich nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder auf den nächsten Torschützen. Für Niederösterreich ist die aktuelle Regelung nicht abschließend dokumentiert – eine pauschale Aussage „Live-Wetten sind in Österreich verboten“ oder „Live-Wetten sind in Österreich erlaubt“ ist falsch; es kommt auf das Bundesland an.
Auch die Einsatzlimits sind unterschiedlich: Oberösterreich und Niederösterreich begrenzen den Limit auf 500 € pro Wette; Wien auf 50 € pro Wette an Terminals ohne Schalter. Für Online-Wetten ist die Regelung nicht in allen Ländern abschließend geklärt.
Wettgebühr – 5 % seit April 2025
Die Wettgebühr nach § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG beträgt seit 1. April 2025 5 % des Wetteinsatzes. Zuvor lag sie seit 1. Oktober 2005 bei 2 %. Die Gebühr ist von demjenigen zu entrichten, der die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt – also vom Wettanbieter. Ob und wie der Anbieter sie an den Wettkunden weitergibt, ist seine Entscheidung und gehört in seine Geschäftsbedingungen. tipp3 zieht 5 % vom Bruttogewinn gewonnener Wetten ab und trägt sie bei verlorenen Wetten selbst. Andere Anbieter handhaben es anders.
Anbieter ohne österreichische Bewilligung
Vier der zehn hier verglichenen Anbieter – TonyBet, Sportuna, Golisimo und Tipwin – nennen keine österreichische Landesbewilligung. Sie führen stattdessen Lizenzen aus Estland, Curaçao, Costa Rica und Malta. Diese Lizenzen sind keine österreichischen Lizenzen; sie ermächtigen den Anbieter zur Tätigkeit in seinem Sitzland, nicht aber zur Tätigkeit in Österreich.
Die Rechtslage solcher Anbieter in Österreich hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab. Die Gesetze knüpfen die Bewilligungspflicht an den Ort, von dem aus der Anbieter die Daten bereitstellt. So hat der VwGH am 9. April 2026 entschieden, dass für Oberösterreich der Standort des Servers entscheidend ist (Ra 2025/02/0037, Oö. Wettgesetz). Für Niederösterreich wird in einem Landtagsanfrage darauf hingewiesen, dass Anbieter, die ihre Server außerhalb Niederösterreichs betreiben, vom NÖ Wettgesetz nicht erfasst werden.
Was bedeutet das für den Wettkunden? Wer bei einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung wettet, kann sich nicht an eine österreichische Behörde wenden, wenn es Streit gibt. Wer sich selbst ausschließen möchte, hat keinen zentralen Ausschluss-Register, an den er sich wenden kann – die Selbstsperre ist pro Anbieter zu beantragen. Wer eine Limitsetzung benötigt, findet sie nur in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, nicht in einem nationalen Limitregister. Ob der Anbieter die Wettgebühr korrekt abführt, lässt sich nicht prüfen; die Zahlung einer österreichischen Gebühr ist kein Beleg für eine österreichische Bewilligung.
Was hingegen nicht stimmt: Die Behauptung, Wetten bei ausländischen Anbietern seien „illegal in Österreich“. Die Rechtslage ist umstritten und hängt vom Land ab; sie ist nicht abschließend gerichtlich geklärt. Ebenso wenig stimmt die Behauptung, sie seien „legal in Österreich“. Es gibt keine österreichische Behörde, die ausländische Anbieter generell zulässt oder generell verbietet.
Spielerschutz bei Sportwetten in Österreich
Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des GSpG – daher greifen die Spielerschutzregelungen des Glücksspielgesetzes für Lotterien und Casinos nicht direkt. Jedes Bundesland regelt den Spielerschutz im eigenen Wettgesetz, und jeder Anbieter setzt ihn in seinen Bedingungen um.
Altersgrenze und Identitätsprüfung
Die Altersgrenze für Sportwetten liegt bei 18 Jahren. Wer bei einem Anbieter mit österreichischer Bewilligung wettet, muss sich vor der ersten Auszahlung verifizieren – bei tipp3 etwa über ID Austria Vollversion, Bank Ident, Foto Ident mit Chip oder Video Ident. Bei der Registrierung werden keine Bankdaten abgefragt; die Verifikation erfolgt erst, wenn Gewinne ausgezahlt werden sollen.
Einzahlungslimits
Ein gesetzliches Einzahlungslimit für Sportwetten gibt es in Österreich nicht. Die Forderung nach einem nationalen Limitregister wurde 2025 in Steiermark und Niederösterreich in Landtagsanfragen gestellt, aber nicht umgesetzt. Die Glücksspielreform 2026 – Stand 14.10.2026 noch im Entwurfsstadium – sieht ein Sperrregister und ein Limitregister für Glücksspiele im Sinne des GSpG vor; Sportwetten sind nicht erfasst.
Was bleibt, sind die Limits des Anbieters. win2day etwa begrenzt die Einzahlung bis zum 26. Lebensjahr auf 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren auf 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag kann das Limit erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit. tipp3 nennt ein vergleichbares Limit, ohne es öffentlich zu beziffern.
Selbstsperre und Spielpause
tipp3 bietet eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten an, während der das Guthaben im Konto bleibt, sowie eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren, nach der das Guthaben auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt wird. Beide Sperren sind nach Beginn nicht mehr aufhebbar. Andere Anbieter mit österreichischer Bewilligung bieten vergleichbare Mechanismen; die genauen Fristen unterscheiden sich.
Bei Anbietern ohne österreichische Bewilligung gibt es keinen österreichischen Selbstsperre-Mechanismus. Die Selbstsperre ist Sache des Anbieters, und sie greift nur im System dieses Anbieters.
Wo Wettkunden Unterstützung finden
Für Spielsuchtfragen ist die Anlaufstelle in Österreich playsponsible.at, betrieben von der Österreichischen Gesellschaft für Spielsuchtfragen. Die Beratung ist anonym und kostenlos. Sie richtet sich an Spieler aller Glücksspielformen, einschließlich Sportwetten.
Wer merkt, dass er die Kontrolle über das eigene Wettverhalten verliert, sollte als ersten Schritt eine Spielpause beim Anbieter beantragen. Wer merkt, dass die Spielpause nicht reicht, sollte eine Selbstsperre in Erwägung ziehen. Wer merkt, dass beides nicht reicht, sollte professionelle Hilfe suchen.
Strategien für datenbasierte Prognosen
Eine Prognose ist eine Hypothese; eine Strategie ist der Umgang mit einer Reihe von Hypothesen über die Zeit. Die folgenden Abschnitte beschreiben nicht den einen Weg zum Gewinn – den kann es nicht geben – sondern die Werkzeuge, mit denen ein Wettkunde seine Chancen maximiert und sein Risiko begrenzt.
Die Value-Wette als Grundbaustein
Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung für ein Ereignis höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Bei einer Quote von 2,50 entspricht das einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 40 %; wer das Ereignis mit 50 % Wahrscheinlichkeit einschätzt, sieht einen Wert von 10 % – genug, um die Quote als „wertvoll“ zu betrachten.
Die Berechnung der impliziten Wahrscheinlichkeit aus der Quote folgt einer einfachen Formel:
Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote
Bei Quote 2,50: 1 ÷ 2,50 = 0,40 = 40 %. Bei Quote 1,50: 1 ÷ 1,50 = 0,6667 = 66,67 %. Bei Quote 3,00: 1 ÷ 3,00 = 0,3333 = 33,33 %.
Liegt die eigene Schätzung über diesem Wert, ist die Wette „wertvoll“. Liegt sie darunter, ist die Quote zu niedrig. Liegt sie gleich auf, gleicht der erwartete Gewinn den Verlust über die Marge aus – auf lange Sicht kein Gewinn.
Bankroll-Management: das Einsatzlimit, das Verluste tragbar hält
Wer Wetten platziert, sollte einen festen Betrag definieren, der maximal für Wetten zur Verfügung steht – die Bankroll. Die Bankroll sollte Geld sein, das für andere Zwecke nicht gebraucht wird; ihr Verlust darf die persönliche finanzielle Situation nicht belasten.
Innerhalb der Bankroll wird mit einem festen Prozentsatz pro Wette gearbeitet. Empfehlungen aus der Praxis liegen zwischen 1 % und 5 % der Bankroll pro Wette, je nach Risikobereitschaft und Sicherheit der Prognose. Bei einer Bankroll von 1.000 € und einem Einsatz von 2 % pro Wette liegt jeder Einsatz bei 20 €.
Warum feste Prozentsätze? Sie passen sich, wann die Bankroll wächst oder schrumpft. Wer mit starren 20 € arbeitet, riskiert bei einer wachsenden Bankroll überproportional wenig und bei einer schrumpfenden überproportional viel. Die festen Prozentsätze sind die Bankroll-Disziplin, die professionelle Wettkunden von Gelegenheitsspielern unterscheidet.
Wichtig: Die Bankroll ist keine Marketing-Verführung. Anbieter werben mit „hohen Gewinnen“ und „Risikofreiheit“; die Bankroll-Disziplin ist das, was solche Versprechen einfängt. Wer mehr setzt, als er sich leisten kann zu verlieren, hat bereits verloren.
Die Kombiwette und ihre Tücken
Kombiwetten multiplizieren die Einzelquoten und versprechen hohe Gewinne bei kleinem Einsatz. Das klingt verlockend, ist aber statistisch ein anderes Spiel: Mit jeder weiteren Begegnung in der Kombi steigt die kombinierte implizite Wahrscheinlichkeit, dass die Wette verliert. Bei drei Begegnungen mit jeweils 50 % Wahrscheinlichkeit liegt die kombinierte Wahrscheinlichkeit bei 12,5 %; die kombinierte Quote bei 8,00.
Das Problem: Die Marge multipliziert sich ebenfalls. Jede Begegnung trägt ihre Marge; in der Kombi addieren sich die Margen nicht, sondern potenzieren sich in der Auszahlungsquote. Eine Kombi aus drei Begegnungen mit jeweils 5 % Marge hat eine Auszahlungsquote, die deutlich unter 85 % liegt – und nicht die Spieler willkommen heißt, sondern den Buchmacher.
tipp3 erlaubt Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps; Einzelwetten sind erst ab Quote 1,06 zulässig. Niedrigere Quoten können nur in Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. Das ist eine bewusste Steuerung: Wer nur Wetten unter Quote 1,06 platzieren will, soll das nur in Kombinationen tun – und sich damit der höheren Marge aussetzen.
Cash-Out als Strategie-Werkzeug
Cash-Out erlaubt es, eine Wette vor dem Ende des Ereignisses zu einem vom Anbieter festgelegten Betrag zu beenden. tipp3, win2day und andere Anbieter bieten diese Funktion an. Sie ist nicht „Gewinnsicherung“ im Sinne von „Geld vom Buchmacher“, sondern ein vom Anbieter kalkulierter Betrag, der die aktuelle Spielsituation widerspiegelt.
Wer Cash-Out nutzt, sollte verstehen, dass der angebotene Betrag die Marge des Anbieters enthält – der Buchmacher bietet nicht „fair“, sondern zu seinem Vorteil. Es gibt Situationen, in denen Cash-Out sinnvoll ist: wenn eine Wette verloren gehen wird und der Cash-Out-Betrag den Verlust mindert; wenn der Wettkund das Risiko nicht mehr tragen will. Es gibt aber auch Situationen, in denen Cash-Out eine schlechte Wahl ist: wenn die Wette auf Gewinn läuft und der Cash-Out-Betrag den vollen Gewinn schmälert.
Bei win2day ist die Cash-Out-Funktion für FreeBet-Wetten deaktiviert; bei tipp3 fällt die Funktion während Sperren der Wettabgabe aus. Solche Einschränkungen gehören in die Bewertung des Angebots.
Live-Wetten als Prognose-Werkzeug
Live-Wetten erlauben es, auf den aktuellen Spielverlauf zu reagieren. Eine Mannschaft, die nach 30 Minuten 1:0 führt und Quote 1.40 auf den Heimsieg hat, kann aus Wettkundensicht ein anderes Bild bieten als die Vorabquote – wenn etwa der Gegner in der zweiten Halbzeit historisch stark aufholt.
Die Schwierigkeit: Die Quoten werden in Echtzeit aktualisiert, und die Spanne, in der ein Wert erkennbar ist, schließt sich schnell. Wer bei einem Anbieter ohne ausreichende Live-Statistik wettet, wettet gegen den Buchmacher, der die Daten schneller verarbeitet. Tipwin und andere Anbieter werben mit Live-Streams und Echtzeit-Statistik; wer solche Werkzeuge nutzt, hat eher eine Chance, einen Wert im Live-Markt zu erkennen.
Die zehn Anbieter im Detail
Die folgende Aufstellung folgt der in §6. festgelegten Reihenfolge und behandelt jeden Anbieter einzeln. Bewertungen erfolgen nach den Kriterien Bewilligungsstatus, Wettregeln und Eigenheiten, die für eine Prognose-orientierte Nutzung relevant sind.
tipp3 – der österreichische Marktführer mit klaren Regeln
tipp3 gehört der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien und führt eine Bewilligung der NÖ Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020); der Bescheid datiert auf den 10.12.2020 unter der Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Die Bewilligung gilt als bundesweite Anbieterbewilligung in dem Sinne, dass Anbieter mit NÖ-Bewilligung in allen Bundesländern aktiv sind, sofern das jeweilige Landesrecht es erlaubt.
Das Wettangebot umfasst Einzel-, Kombi- und Systemwetten; Einzelwetten sind ab Quote 1,06 zulässig, niedrigere Quoten nur in Kombination. Kombiwetten verbinden 3 bis 10 Tipps; die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Bei der Registrierung werden keine Bankdaten abgefragt; die Verifikation erfolgt vor der ersten Auszahlung über ID Austria Vollversion, Bank Ident, Foto Ident mit Chip oder Video Ident.
Die Wettgebühr wird offen ausgewiesen. Bei verlorenen Wetten trägt tipp3 die Gebühr selbst; bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Bruttogewinn abgezogen. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 ergibt das einen Bruttogewinn von 20 € und einen Auszahlungsbetrag von 19 €. Gewinne aus Cash-Outs sowie „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten sind vom Abzug ausgenommen.
Die Selbstsperre ist mit 1, 2 oder 3 Jahren langfristig; die Spielpause ist mit 1, 3 oder 6 Monaten kürzer. Beide Sperren sind nach Beginn nicht aufhebbar. Gewinne in Annahmestellen werden bis 1.000 € direkt ausgezahlt; größere Gewinne über eine Großgewinnauszahlungsstelle; Gewinne über 80.000 € werden per Gewinnanforderungsformular aufs Bankkonto überwiesen. Gewinne können bis zu 180 Tage nach Feststellung eingelöst werden.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist tipp3 insofern interessant, als die Bewilligung im Impressum transparent ausgewiesen ist, die Spielregeln klar dokumentiert sind und die Wettgebühr offen kommuniziert wird. Wer mit einer österreichischen Bewilligung wetten will, hat bei tipp3 die längste Tradition und die klarste Dokumentation.
win2day – die Bewilligung mit Doppelregime
win2day gehört der Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH und führt – wie tipp3 – eine Bewilligung der NÖ Landesregierung unter dem NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020. Diese Bewilligung gilt für die Sportwetten; die Lotterien- und Casino-Spiele auf win2day laufen unter der bundesweiten GSpG-Konzession und sind nicht Teil der NÖ-Bewilligung. Wer win2day nutzt, sollte diese Trennung kennen.
Eine Standardwette bei win2day kombiniert 1 bis 10 Ereignisse; die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten und wird auf zwei Dezimalstellen kaufmännisch gerundet. Der Höchstgewinn ist mit 80.000 € pro Standardwette und 200.000 € pro Systemwette begrenzt; Wetten, die ein Limit überschreiten, werden nicht angenommen.
Das Einzahlungslimit ist gestaffelt: bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag kann das Limit erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit. Cash-Out ist verfügbar; bei FreeBet-Wetten ist Cash-Out deaktiviert. Gewinne werden dem elektronischen Guthaben gutgeschrieben und können vier Wochen lang beansprucht werden, wenn sie nicht gutgeschrieben wurden; Auszahlungen gehen auf das registrierte Bankkonto, Auszahlungsgebühren trägt der Spieler.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist win2day insofern interessant, als das Unternehmen mit der Konzession der Österreichischen Lotterien eine breitere Akzeptanz genießt als reine Sportwetten-Anbieter. Die Limits sind jedoch enger als bei anderen Anbietern, und das Höchstgewinn-Limit von 80.000 € pro Wette kann bei ambitionierten Strategien hinderlich sein.
Admiral – die Marke der Novomatic-Gruppe
Die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen gehörte zur Novomatic-Gruppe und wurde von Walter Grubmüller gegründet. An der Wiener Börse war sie von 2001 bis 2006 notiert. Heute ist Admiral als Marke fest in der österreichischen Wettlandschaft etabliert, mit Annahmestellen und Online-Angebot.
Admiral wirbt mit einer Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Die Bewilligung gilt als Anbieterbewilligung in dem Sinne, dass Admiral mit OÖ-Bewilligung in allen Bundesländern aktiv ist, die das Oö. Wettgesetz anerkennen. Die genauen Wettregeln und Limits sind auf der Website des Anbieters dokumentiert.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Admiral insofern interessant, als die Marke über eine breite Akzeptanz im stationären Bereich verfügt und mit der OÖ-Bewilligung in den meisten Bundesländern aktiv ist. Die genauen Quoten und Limits sollten vor jeder Wettabgabe geprüft werden, da sie sich zwischen Annahmestellen und Online-Angebot unterscheiden können.
Merkur Bets – die Umbenennung von Cashpoint
Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, früher als Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien aktiv (gegründet 1996), tritt seit Juni 2025 unter der Marke Merkur Bets auf. Damit verbunden ist eine breite Palette an Wettmärkten und ein bestehender Kundenstamm aus der Cashpoint-Ära.
Die Bewilligung von Merkur Bets ist eine österreichische Landesbewilligung. Die Bewilligungsbehörde und der Bescheid sind auf der Website des Anbieters nicht im Detail veröffentlicht – eine Transparenz, die bei anderen Anbietern mit österreichischer Bewilligung (tipp3, win2day, Admiral, Vierklee) besser ist. Wer die genaue Bewilligungsbehörde prüfen will, muss direkt beim Anbieter oder beim zuständigen Land nachfragen.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Merkur Bets insofern interessant, als die Marke eine lange Tradition im österreichischen Markt hat und mit der Umbenennung auf „Merkur Bets“ die Markenführung modernisiert hat. Die fehlende Transparenz zur Bewilligungsbehörde sollte vor einer Anmeldung durch direkte Anfrage geklärt werden.
Vierklee – die Tiroler Bewilligung mit klaren Höchstgewinnen
Vierklee gehört der Vierklee Wettbüro GmbH und führt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0. Die Bewilligung gilt als Anbieterbewilligung in dem Sinne, dass Vierklee in allen Bundesländern aktiv ist, die das Tiroler Wettgesetz anerkennen.
Die Wettregeln sehen klare Höchstgewinne vor: 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette (ebenso pro Systemwette) und 50.000 € pro Kunde und Woche für das gesamte Bundesgebiet Österreich. Diese Limits sind enger als bei manchen Konkurrenten, aber transparent kommuniziert. Wer eine hohe Wette platzieren will, sollte die Limits vorab prüfen.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Vierklee insofern interessant, als die Tiroler Bewilligung die regionale Verankerung des Anbieters betont und die Höchstgewinne offen ausgewiesen sind. Für Wettkunden, die mit kleinen Einsätzen arbeiten, spielen die Limits keine Rolle; für ambitionierte Strategien können sie einschränkend wirken.
Starsportwetten – die App-zentrierte Bewilligung
Starsportwetten gehört der Starbet24 GmbH. Die App-Beschreibung im Google-Play-Eintrag verweist auf einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde – „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“. Die Bewilligung führt kein Bundesland und keine Bescheidnummer an; diese Lücke sollte bei der Nutzung beachtet werden.
Die App steht im Google-Play-Store und ist auf mobile Nutzung ausgerichtet. Über die genauen Wettregeln und Limits informiert die App selbst; eine transparente Dokumentation der Bewilligung fehlt bisher.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Starsportwetten insofern interessant, als der Anbieter eine österreichische Bewilligung nennt, aber die Transparenz zur Bewilligungsbehörde eingeschränkt ist. Wer auf vollständige Dokumentation Wert legt, sollte vor der Anmeldung beim Anbieter direkt nachfragen.
TonyBet – ohne österreichische Bewilligung, mit estnischer Lizenz
TonyBet gehört zu den vier Anbietern ohne österreichische Bewilligung. Die Lizenz, die der Anbieter nennt, ist die estnische EMTA-Lizenz HKT000015. Estland ist nicht Österreich; die estnische Lizenz ermächtigt zur Tätigkeit in Estland, nicht in Österreich.
Das Sportangebot umfasst Fußball (Premier League, Champions League, Europa League), Basketball, American Football, Baseball, Volleyball, Tennis sowie Futsal und Beach Soccer; täglich werden erhöhte Quoten angeboten. Die App ist im App Store verfügbar.
Die Rechtslage in Österreich hängt vom Landesgesetz ab. Da TonyBet keine österreichische Bewilligung nennt, ist die Frage, ob die Nutzung in Österreich zulässig ist, nicht abschließend geklärt; sie hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Wer TonyBet nutzt, hat keinen Zugang zu einer österreichischen Beschwerdestelle und keinen österreichischen Selbstsperre-Mechanismus.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist TonyBet insofern interessant, als das Sportangebot breit ist und die App zentraler Zugangspunkt. Wer eine österreichische Bewilligung als Voraussetzung sieht, ist hier fehl am Platz; wer einen Anbieter mit EU-Lizenz außerhalb Österreichs sucht und die fehlende österreichische Aufsicht akzeptiert, findet hier ein breites Angebot.
Sportuna – ohne österreichische Bewilligung, mit Curaçao-Lizenz
Sportuna gehört zur Gruppe der Anbieter ohne österreichische Bewilligung. Die Lizenz ist die von Curaçao; Curaçao ist nicht Österreich. Wie bei TonyBet ist die Rechtslage in Österreich nicht abschließend geklärt.
Im Sportbereich bewirbt Sportuna einen Erstzahlungsbonus von 100 % bis 100 €, einen wöchentlichen Reload-Bonus von 50 % bis 500 €, Cashback von 10 % bis 500 %, Accumulator Boost, Bore Draw und Early Payout. Die genauen Bedingungen – Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist – stehen auf der Startseite nicht; sie müssen in den Aktionsbedingungen nachgelesen werden.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Sportuna insofern interessant, als das Bonusprogramm umfangreich ist. Wer Boni nutzt, sollte die Bedingungen genau prüfen – ein 100 %-Bonus auf 100 € hat einen Wert, der erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen realisiert wird; ohne Erfüllung bleibt er Buchgeld.
Golisimo – ohne österreichische Bewilligung, mit Costa-Rica-Lizenz
Golisimo gehört zur Gruppe der Anbieter ohne österreichische Bewilligung. Die Lizenz ist die von Costa Rica; Costa Rica ist nicht Österreich. Die Rechtslage in Österreich ist, wie bei den anderen Anbietern dieser Gruppe, nicht abschließend geklärt.
Im Sportbereich bewirbt Golisimo einen Ersteinzahlungsbonus von 100 % bis 100 € sowie einen Krypto-Willkommensbonus von 100 % bis 200 USDT. Die Bedingungen der einzelnen Aktionen waren auf den Aktionsseiten nicht abrufbar – eine Intransparenz, die bei der Nutzung beachtet werden sollte.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Golisimo insofern interessant, als Krypto-Boni angeboten werden, die bei österreichisch bewilligten Anbietern unüblich sind. Wer auf Krypto-Wert legt, findet hier eine Option; wer die fehlende österreichische Aufsicht und die Intransparenz bei den Bonusbedingungen scheut, ist hier fehl am Platz.
Tipwin – ohne österreichische Bewilligung, mit MGA-Lizenz
Tipwin gehört zur Gruppe der Anbieter ohne österreichische Bewilligung. Die Lizenz ist die der Malta Gaming Authority (MGA); Malta ist nicht Österreich. Malta ist innerhalb der EU reguliert, aber die MGA-Lizenz ist keine österreichische Bewilligung.
Die Tipwin-App nennt als Funktionen Live-Sportwetten, Cashout (teilweise oder vollständig, auch vor Spielende), hochwertige Videoübertragung (Live-Stream), Live-Verfolgung von Spielen und Live-Statistik. Das Angebot an Funktionen ist breit.
Für eine Prognose-orientierte Nutzung ist Tipwin insofern interessant, als die Live-Funktionen umfangreich sind und die App im App Store verfügbar ist. Wer eine MGA-Lizenz als ausreichende Aufsicht betrachtet, kann hier einsteigen; wer auf eine österreichische Bewilligung Wert legt, ist fehl am Platz.
Worauf Wettkunden bei Prognosen und Buchmachern achten sollten
Die folgenden Hinweise ergänzen die bisherigen Ausführungen und fassen die wichtigsten Punkte zusammen, die bei jeder Prognose und bei jeder Anbieterwahl beachtet werden sollten.
Quoten vergleichen, bevor gewettet wird
Eine Quote ist nicht „die Quote“ – sie ist die Quote eines bestimmten Anbieters zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wer eine Value-Wette sucht, sollte die Quoten mehrerer Anbieter vergleichen, bevor er wettet. Anbieter mit unterschiedlichen Margen, unterschiedlichen Limits und unterschiedlichen Bewilligungsstatus bieten für dasselbe Ereignis unterschiedliche Quoten.
Ein typischer Vorgang: Wettkund sieht eine Quote von 2,10 bei Anbieter A für ein Ereignis; Anbieter B bietet 2,20 für dasselbe Ereignis. Der Unterschied von 0,10 entspricht einer Marge, die der Wettkund spart. Bei höheren Quoten wird der Effekt größer; bei Kombiwetten mit vielen Begegnungen addieren sich die Quotenunterschiede.
Die Marge verstehen, nicht nur die Quote
Eine Quote von 1,90 / 1,90 / 4,00 in einem Drei-Wege-Markt wirkt auf den ersten Blick fair. Die Rechnung zeigt: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90 + 1/4,00) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263 + 0,2500) = 1 ÷ 1,3026 = 0,7677 = 76,77 % Auszahlungsquote. Die Marge liegt bei 23,23 % – ein sehr hoher Wert, der in typischen 1X2-Märkten großer europäischer Ligen selten erreicht wird. Wer in solchen Märkten wettet, sollte die Quote besonders kritisch hinterfragen.
In der Praxis bewegen sich die Margen in populären Märkten zwischen 3 % und 8 %. In Nischenmärkten – etwa dritte türkische Liga, Snooker, E-Sports – können sie 10 % und mehr erreichen. Wer die Marge seines Marktes kennt, weiß, wie viel Spielraum für eine Value-Wette bleibt.
Limits und Höchstgewinne prüfen
Jeder Anbieter hat Limits und Höchstgewinne. Vierklee etwa begrenzt den Höchstgewinn auf 15.000 € pro Wette; win2day auf 80.000 € pro Standardwette; BetLabel (nicht in dieser Auswahl) auf 60.000 € pro Wette. Wer mit größeren Einsätzen arbeitet, sollte die Höchstgewinne kennen, bevor er wettet – eine Wette, die das Limit überschreitet, wird nicht angenommen.
Die Wettgebühr einkalkulieren
Die Wettgebühr von 5 % schmälert den Gewinn. Bei Quote 2,00 und 10 € Einsatz verbleiben nach Abzug 19 € statt 20 €; das ist 5 % weniger. Bei höheren Quoten fällt der Effekt relativ geringer aus, weil die Gebühr vom Gewinn berechnet wird und nicht vom Einsatz. Bei Quote 10,00 und 10 € Einsatz ergibt sich ein Bruttogewinn von 100 € und nach Abzug 95 € – ebenfalls 5 %, aber absolut größer.
Die Gebühr wird unterschiedlich gehandhabt: tipp3 zieht sie vom Gewinn ab; andere Anbieter senken die Quoten direkt oder berechnen sie auf den Einsatz. Welche Handhabung gilt, sollte vor der Wettabgabe geprüft werden.
Selbstsperre und Limits nutzen
Wer das Gefühl hat, die Kontrolle über das eigene Wettverhalten zu verlieren, sollte eine Spielpause oder Selbstsperre beantragen. Bei Anbietern mit österreichischer Bewilligung ist dies mit einer Frist von 1 bis 6 Monaten (Spielpause) oder 1 bis 3 Jahren (Selbstsperre) möglich; bei Anbietern ohne österreichische Bewilligung gelten die Regeln des jeweiligen Anbieters.
Ein Einzahlungslimit ist bei win2day mit 250 € pro Woche (bis 26 Jahre) oder 1.680 € pro Monat (ab 26 Jahre) hinterlegt; bei anderen Anbietern sind die Limits unterschiedlich. Wer ein Limit setzt, sollte es so wählen, dass es unter der Bankroll liegt, die er sich selbst gesetzt hat.
Häufig gestellte Fragen zu Sportwetten-Prognosen in Österreich
Wie entsteht eine Sportwetten-Prognose aus Form, Statistik und Quoten?
Eine fundierte Prognose kombiniert vier Bausteine: die Formkurve der letzten fünf bis acht Spiele, den direkten Vergleich der beiden Mannschaften, die Heim- und Auswärtsbilanz und den Vergleich der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote. Die Formkurve zeigt den aktuellen Trend, der direkte Vergleich die historische Tendenz, die Heim- und Auswärtsbilanz strukturelle Unterschiede und die Quote das Marktbild. Erst der Vergleich mit der Quote entscheidet, ob die Prognose einen Wert hat.
Was ist eine Value-Wette, und wie lässt sich ein Wert gegenüber der Quote erkennen?
Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung für ein Ereignis höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Bei Quote 2,50 entspricht das 40 %; wer das Ereignis mit 50 % einschätzt, sieht einen Wert von 10 Prozentpunkten. Die implizite Wahrscheinlichkeit berechnet sich als 1 ÷ Quote; eine Value-Wette hat einen erwarteten Gewinn, der die Marge des Buchmachers übersteigt.
Warum ist auch eine gut begründete Prognose nie ein sicherer Tipp?
Jede Prognose ist eine Hypothese. Die Unsicherheit eines einzelnen Sportereignisses – Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen, Wetterbedingungen, Tagesform – lässt sich nicht vollständig aus Daten ableiten. Eine Quote, die auf vielen Daten basiert, hat eine eingebaute Marge, die der Buchmacher langfristig realisiert. Eine gut begründete Prognose hat eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit als eine unbegründete, aber keine Gewissheit.
Wie wird eine Quote in eine implizite Wahrscheinlichkeit umgerechnet, und was ist die Marge?
Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1 ÷ Quote. Bei Quote 2,00 sind das 50 %, bei Quote 1,50 sind das 66,67 %. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 % und der Summe der inversen Quoten aller Ausgänge eines Marktes. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich eine Marge von 5 %; bei einem Drei-Wege-Markt mit Quoten 1,90 / 1,90 / 4,00 ergibt sich eine Marge von etwa 23 %.
Wie verändert die Wettgebühr von 5 % den möglichen Gewinn bei 10 € Einsatz und Quote 2,00?
Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 beträgt der Bruttogewinn 20 €. tipp3 zieht 5 % vom Bruttogewinn ab – das sind 1 €; es verbleiben 19 € als möglicher Gewinn. Bei verlorenen Wetten trägt tipp3 die Gebühr selbst. Andere Anbieter handhaben die Gebühr anders – sie senken die Quote, berechnen die Gebühr auf den Einsatz oder tragen sie selbst. Welche Handhabung gilt, sollte in den Bedingungen des Anbieters geprüft werden.
Wie lässt sich ein Einsatzbudget so festlegen, dass Verluste tragbar bleiben?
Die Bankroll sollte Geld sein, das für andere Zwecke nicht gebraucht wird. Innerhalb der Bankroll wird mit einem festen Prozentsatz pro Wette gearbeitet – 1 % bis 5 % der Bankroll sind üblich. Bei einer Bankroll von 1.000 € und 2 % pro Wette liegt jeder Einsatz bei 20 €. Feste Prozentsätze passen sich an: wächst die Bankroll, steigen die Einsätze; schrumpft sie, sinken sie. Die Bankroll ist kein Marketing-Versprechen, sondern die Disziplin, die Verluste begrenzt.
Was darf gewettet werden?
Erlaubt sind Wetten auf Sportereignisse. Wetten auf politische Ereignisse oder TV-Shows sind nach der Auffassung des BMF in der Regel nicht zulässig. Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen gelten als Glücksspiel, nicht als Sportwette, und können nicht über eine Landesbewilligung angeboten werden. Ob E-Sports-Wetten unter die Landesgesetze fallen, ist nicht abschließend geklärt.
Tipps – Wettanbieter ohne Wettsteuer
Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter ohne Wettsteuer»
